Dienstag, 21. Februar 2012 - 11:27 Uhr
Wieder zu Hause

Die Rückreise war problemlos. Der Flieger startete pünktlich und landete ca. eine Stunde später in der Dom.Rep. Dort mussten alle das Flugzeug verlassen und die Transitpassagiere aus Antigua bekamen eine gelbe Plastikkarte für das nächste Boarding. Knapp zwei Stunden später sollte es wieder weiter gehen, aber der Flieger rührte sich nicht von der Stelle. Irgendwann meldete sich der Kapitän und erklärte den Grund: 2 Passagiere aus Antigua sind nicht wieder eingestiegen.
Wo der Fehler lag, wusste ich sofort. Eine halbe Stunde später wieder der Kapitän: „hat vielleicht jemand beim Wiedereinstieg vergessen seine gelbe Karte abzugeben?“ Sofort tauchten die fehlenden Karten auf und fünf Minuten später waren wir in der Luft. Vom Streik in Frankfurt war für uns nichts zu spüren, nur ein paar Passagiere die weiterfliegen wollten mussten sich um eine Alternative bemühen.
Das Handy zeigt schon eine neue Email an: Heike und Udo haben uns noch schnell auf dem Steg fotografiert und uns das Foto geschickt.
Zu Hause waren es 4 Grad unter Null. Ich hatte im Haus die Heizung etwas herunter gestellt, aber es war verdächtig kalt. Die Anlage stand auf „Störung“. Zum Glück wohl noch nicht so lange, sonst hätte es bei den extremen Temperaturen Schäden gegeben. Also schnell wieder die Störung beheben und den Kamin anzünden.
Der Kühlschrank ist natürlich leer und ein hoffnungsvoller Blick in die Kühltruhe lässt Nicole zurückprallen. Ein unglaublicher Gestank kommt ihr entgegen.
Eine Sicherung ist durchgeknallt, offensichtlich schon vor einiger Zeit. Leider hing da auch die Truhe mit dran.
Die Entsorgung des Inhaltes und die anschließende Säuberung kosten etwas Überwindung. Dann gut durchlüften! Bei der Kälte!
Wir entscheiden uns für eine Pizzeria und gehen danach früh schlafen.
Eine wunderschöne Reise ist wieder zu Ende!

Bis zum nächsten mal
Andreas und Nicole

Samstag, 18. Februar 2012 - 21:15 Uhr
Morgen geht´s zurück nach Deutschland

Die Koffer sind gepackt.
Gestern habe ich uns schon bei der Einwanderungsbehörde abgemeldet.
Ein paar Kleinigkeiten habe ich Christian in Auftrag gegeben und ein paar Ersatzteile besorge ich zu Hause.
Viel nehmen wir nicht mit zurück, das meiste bleibt hier. Das Taxi bestellen wir für 12 Uhr, da bleibt noch Zeit unsere Bettwäsche und Handtücher zur Wäscherei zu bringen und auch wieder ab zu holen.
Wir sind heute noch ein paar Stunden am Strand gewesen. Das Wetter war mal wieder entsprechend gut, nur heute Vormittag hat es mal geregnet.
Gleich gehen wir wieder an die Bar. Wir müssen uns ja noch von allen verabschieden. Udo will uns noch ein Päckchen mit nach Deutschland geben.
Wir freuen uns wieder darauf unsere Familie und unsere Freund bald wieder zu sehen.

Bis bald
Andreas und Nicole

Mittwoch, 15. Februar 2012 - 22:01 Uhr
Ausflug

Die letzten zwei Tage ist nichts großes mehr passiert. Wir räumen auf, machen sauber, lesen und faulenzen. Nachmittags an der Bar trifft man immer wieder neu Leute. Gestern war wir noch recht lange mit Heike und Udo von der „ENDO 2“ zusammen. Die liegen seit vorgestern an unserem Steg, ein paar Plätze weiter. Die zwei kommen aus Hamburg und haben sich ein Jahr Auszeit genommen. Seit Mai unterwegs, müssen sie im April wieder zu Hause sein.
Wir haben uns heute mal ein Auto geliehen und uns die Insel angeschaut. Zuerst in die Hauptstadt St. John`s. Rund um den Heritage Quay, wo die Kreuzfahrtschiffe anlegen gibt es einige schöne alte und renovierte Gebäude. Viele teure Läden mit Schmuck, Uhren und Designer-Kleidung. In den entfernteren Straßen ist es um einiges trostloser. Heute ist zum Glück kein Kreuzfahrer da, so daß wir gut durch die Straßen kommen. Plötzlich hält ein schwarzer Pickup neben uns und unsere italienische Freundin begrüßt uns. Schöner Zufall.
Wir fahren anschließend weiter, die Nordküste entlang und halten an einem wunderschönen Palmenstrand. Am Ende des Strandes ist ein Hotel. An der Bar dort wollen wir was trinken, aber der Sicherheitsdienst hat uns schon im Auge und erklärt uns daß die Bar nur für Hotelgäste ist.
Wir fahren weiter nach Süden und halten in Falmouth Harbour. Hier sammeln sich langsam die Segler für das Saisonhighlight die Antigua Sailing Week unter Anderem mit der Classis Yacht Regatta.
In einem Cafe treffen wir Otto. Der ist gestern früh aus Jolly Harbour weg und liegt jetzt dort vor Anker. Anschließend fahren wir auf dem „Fig Tree Drive“ weiter und kommen noch an einigen schönen Stränden an der Westküste vorbei. Ich fahre noch schnell zur Tankstelle in der Marina und anschließend zur Autovermietung. Die Dame macht große Augen, daß wir schon wieder da sind. Wir können das Auto bis morgen früh behalten, aber wir haben alles gesehen was wir sehen wollten und so brauch ich nicht morgen früh nochmal hier hin.
Wieder auf dem Schiff machen wir als erstes den Computer an und Nicole freut sich über die vielen Geburtstagsglückwünsche. Herzlichen Dank dafür! Burkhard “lauert“ schon mit Skype auf uns und wir freuen uns über das nette Gespräch.
Wir werden es nicht schaffen, auf jeden einen Rumpunsch zu trinken, aber wir werden uns Mühe geben :-))

Viele Grüße
Andreas und Nicole

Montag, 13. Februar 2012 - 13:55 Uhr
Magic Moments

Magische Momente!
Den ersten erlebte ich gegen Mittag, als ich den Türkontakt der Waschmaschine lösen wollte.
Die Kippsicherung war zwar ausgeschaltet, aber trotzdem waren 230 V drauf. Das kribbelte bis in die Schulter.
Nicole hatte gewaschen, aber die Maschine wollte nicht abpumpen. Nachdem wir das Wasser draußen hatten, war der Impeller schnell kontrolliert. Da war alles in Ordnung und der Pumpenmotor ließ sich auch bewegen. Leider lief er nicht von alleine. Also musste die Maschine zerlegt werden damit ich die Pumpe ausbauen konnte. Aber den Fehler konnte ich trotzdem nicht beheben. Wenigstens hab ich die Modell- und Serien-Nr. des Motors.
Später kommt Holger (den haben wir Samstag zu Happy Hour zufällig an der Bar getroffen) und verspricht uns ein Spezialwerkzeug vorbei zu bringen. Damit versuche ich heute doch noch zum Erfolg zu kommen.
Gegen halb fünf fahren wir mit dem Taxi nach „Shirley Heights“.
Einem Aussichtsrestaurant auf historischem Boden. Das Gebäude stammt aus der „Nelson-Zeit“ . Aus Korallengestein gemauert und eine weitläufige schöne Anlage mit einer unglaublichen Aussicht.
Die Sonntags- BBQ-Party dort ist berühmt-berüchtigt.
Magisch!
Kurz nach Sechs verschwindet die Sonne langsam hinter einem klaren Horizont. Etwas links davon sieht man Montserrat mit einer deutlichen Rauchfahne über dem Vulkan. Tief unter uns liegt Falmouth Harbour und English Harbour mit Nelson`s Dockyard.
Wir haben Glück mit dem Wetter. Der Himmel bleibt klar und die Sterne wollen sich mal wieder gegenseitig überstrahlen. Ein paar Sternschnuppen machen die Scenerie schon fast kitschig.
Bis ca. 7 Uhr spielt eine Steelband. Wir besorgen uns etwas vom Grill, setzen uns auf eine alte Mauer und genießen den Ausblick.
Später wechselt die Musik.
Eine 6 Mann Band spielt auf und aus den meterhohen Lautsprechertürmen dröhnen internationale Hits. Die Party beginnt. Hunderte, meist junge Leute aus aller Welt, tanzen zum Teil barfuß auf dem gepflasterten Aussichtspunkt. Die Band ist klasse und die Stimmung riesig.
Später wird die Musik und auch das Publikum schwärzer. Aber immer noch richtig gut.
Nach ein paar Reggea-Stücken ist punkt 10 Uhr Schluss und wir fahren mit unserem Taxi zurück in die Marina.
Ein unvergesslicher Abend!


Viele Grüße
Andreas und Nicole

Samstag, 11. Februar 2012 - 22:00 Uhr
Ein arbeitsreicher Samstag

Nach einer unruhigen Nacht mit viel Wind und Schwell entschließen wir uns am Morgen, in die Marina zu fahren. Der Dockmaster muss erst einmal einen geeigneten Platz für uns finden und weist uns dann ein. Wir gehen mit dem Bug zum Steg und befestigen das Heck mit langen Leinen an Holzpoller, die ins Hafenbecken gerammt sind. Im Marinaoffice buchen wir den Liegeplatz erst einmal bis Juni. Alle sind nett und hilfsbereit. In dem Bücherregal dort finden wir auch ein paar deutsche Romane zum tauschen.
Wieder an Bord kommt der Schock. Die Bugkabine nutzen wir als Abstellraum. Auf dem Bett liegen unsere Reisetaschen, Kissen und Decken, die wir nicht brauchen. Vor einigen Tagen haben wir die sonst immer offene Tür geschlossen, weil der Beschlag, der die Tür offen hält nachts etwas klappert. Diese Tür ist als Wasserdichtes Schott gearbeitet. Als ich sie gestern Nachmittag öffne, sehe ich die Bescherung. Bis über die Bodenbretter steht das Wasser. Alles ist nass und salzig. Auch in den Fächern steht das Wasser. Jemand (wahrscheinlich ich) hat die Luke auf „Lüftung“ gestellt und dann vergessen. Durch den schmalen Spalt haben sich die Wellen, die draussen über das Deck gekommen sind, auch einen Weg nach unten gesucht.
Damit hatten wir dann heute ausreichend Beschäftigung. Alles ausräumen, Kabine auswaschen, Matratzen, Kissen und Decken auswaschen. An den Reisetaschen sind sofort die Reißverschlüsse und Druckknöpfe gerostet. Ein Ersatzakku für meine Kamera und ein paar andere Sachen, die noch in meiner Tasche waren sind hinüber. Jetzt, gegen Abend, ist alles wieder trocken und eingeräumt.
Bevor wir aber zur Happy Hour an die Bar gehen, müssen wir doch erst mal Duschen.
Der Rumpunsch wird heute besonders gut schmecken :-)

Viele Grüße
Andreas und Nicole

Donnerstag, 9. Februar 2012 - 18:14 Uhr
Zurück in Jolly Harbour

Nach zwei schönen Tagen in Deep Bay, sind wir heute früh wieder zurück nach Jolly Harbour.
St.John`s Harbour wird täglich von mehreren Kreuzfahrtschiffen angelaufen. Und viele der Passagiere kommen mit den Ausflugsbooten dann auch in „unsere“ Bucht. Plötzlich ist der Strand voll mit Menschen und vor den unscheinbaren Hütten unter den Palmen stehen dann auch schnell jede Menge Verkaufsständer mit bunten Tüchern, T-Shirts und Kunstgewerbe. Wir liegen dazwischen im Sand und beobachten die Leute. Es ist schön hier und am Nachmittag wird es auch wieder ruhig.
Keine Wellen und angenehme Wassertemperatur.
Heute nach dem Frühstück holen wir den Anker ein und fahren raus. Sofort erfasst uns der Wind mit 25 kn und wir setzen schnell die Genua. Damit kommen wir zügig voran und nach einer Stunde sind wir wieder in der Bucht vor Jolly Harbour. Ich versuche diesmal etwas näher an Land zu kommen, aber nach 1,9 m steigt der Grund plötzlich schnell an und bei 0,5m bewegt sich das Schiff endlich wieder rückwärts. Also bleiben wir wieder weit draußen auf 2m.

Viele Grüße
Andreas und Nicole

Dienstag, 7. Februar 2012 - 23:11 Uhr
in einer kleinen ruhigen Bucht

Die Nacht war unruhig.
Hefige Windböen zerrten an unserem Anker, dazu kam in der Nacht noch Schwell .
Gegen Morgen hat es nochmal kräftig geregnet, und als die Bewölkung etwas nachließ haben wir den Anker hoch geholt und sind in einem großen Bogen um mehrere Untiefen herum in eine wenige Meilen entfernte Bucht gefahren. „Deep Bay“. Aber „ deep“ ist hier rund um Antigua gar nichts. Der Tiefenmesser kommt kaum in den zweistelligen Bereich. Mitten in der Einfahrt zu unserer Bucht liegt ein Wrack. Die Dreimastbark „Andres“ ist 1905 von Trinidad kommend hier gesunken. Bei leicht bewegtem Wasser schaut noch der Stummel eines Mastes heraus. Mit etwas Vorsicht, kommt man um das Wrack herum. Wir werfen den Anker wieder bei 1,90 und liegen mit nur einem weiteren Segler hier sehr ruhig. Im Laufe des Tages kommen mehrere Ausflugsboote an den Strand und wir hören deutsche Stimmen. Nebenan in St. John`s Harbour liegt die AIDA und einige Gäste kommen zum Baden hierher.
Den ganzen Tag ist es bewölkt und regnerisch. Schnorcheln lohnt bei dem Wetter nicht, außerdem ist mir gestern meine 20 Jahre alte Taucherbrille kaputt gegangen.
Hoffentlich kommt morgen die Sonne wieder raus.
Nicole kümmert sich ums Abendessen. Sie hat Lust auf Kartoffelsalat mit Wienern. Ja, echte Wiener haben wir im Supermarkt bekommen.

Viele Grüße
Andreas und Nicole

Montag, 6. Februar 2012 - 21:33 Uhr
zurück auf Antigua

Ok, wir waren in Barbuda.
Natur pur. Eine 172 qkm Korallenplatte, umgeben von Riffen. Vor der Küste liegen hunderte von Schiffswracks. Es gibt kilometerlange Strände, vom Korallensand zartrosa gefärbt und Wasserfarben, wie man sie sich schöner nicht vorstellen kann. Die wenigen schwarzen Einwohner sind Nachkommen von Sklaven und wohnen in einer kleinen Ansiedlung von Bretterbuden und kleinen hübschen Häusern.
Die Überfahrt dauert gut 4 Stunden bei einem schönen 5er Wind. Zuletzt tasten wir uns langsam Richtung Strand vor. Ungefähr 3 km vor dem Strand lotet man nur noch ca. 5 m unter Kiel. Überall gibt es Korallenblöcke und mit Korallen bewachsene Felsen.
Ich fahre langsam unter Motor, Nicole steht im Bug, hält Ausschau und gibt mir Richtungsanweisungen. Ca. 500m vor dem Strand stecken wir in einer Sackgasse. Vor uns Korallen und das Lot zeigt mittlerweile auch unter 2m an. Wir lassen den Anker fallen, der sich auch schön in den weichen Sand eingräbt. Beim Schnorcheln sehe ich, daß unsere Ankerkette an einem Korallenblock scheuert. Da ich diesen nicht kaputt machen will, holen wir den Anker wieder hoch und werfen ihn 50m weiter wieder neu.
Um uns herum, kristallklares Wasser und jede Menge Fische. Vor uns ein kilometerlanger, fast menschenleerer Sandstrand. Mit uns ankern noch 4 weitere Yachten in dieser riesigen Bucht.
Gestern war dann Strandtag. Wir fahren mit dem Dingi rüber, schleppen es bis über die Flutgrenze und gehen ein paar Kilometer in jede Richtung. Am südlichen Ende der Bucht, am Cocoa Point ist ein exklusiver Bungalow Resort. Ein paar Meter weiter können wir in die nächste Bucht schauen. Dort liegen zwei Segler vor Anker. Wir setzen uns in den warmen Sand und trinken durstig das mitgebrachte Mineralwasser. Nach einer Weile geht’s dann wieder zurück zum Schiff.
Letzte Nacht setzte etwas Schwell ein und heute morgen wundere ich mich über die Richtung. Schwell aus Südwest. Das pass mit keiner Wettervorhersage überein. Aber wir haben auch seit drei Tagen nichts Aktuelles mehr gehört. Deshalb klinken wir uns wieder in Hugo`s Funkrunde ein und hören den neuesten Wetterbericht und aktuelles Wetter von verschiedenen Yachten. Helmut von der Albatros liegt nicht weit weg von uns in der südlichen Bucht. Er hat dort keinen Schwell . Ein Blick in die Karte zeigt mir, daß die Bucht auch fast komplett mit einem Riff umgeben ist. Eine Einfahrt in die Bucht ist mir aber zu riskant. Der Wind soll die nächsten Tage weiter zunehmen und auf Süd drehen, deshalb entschließen wir uns zurück nach Antigua zu segeln.
Mit achterlichem Wind von 25 kn und 3 m Welle von Südwest kommen wir zügig nach Antigua. Kurz vor unserem Ziel meldet sich meine Angel. Na endlich!!! Ein Barrakuda von ca. 60 cm. Aus Angst vor „Ciguatera), einer Vergiftung, die durch den Verzehr von bestimmten Fischen aus bestimmten Regionen hervorgerufen wird, werfe ich ihn wieder ins Wasser. Auf abgestorbenen Korallen besonders in der nördlichen Karibik, können sich Algen ansiedeln, die ein Toxin bilden. Einige Korallenfische fressen diese Algen und Raubfische, besonders der Barrakuda, frißt diese Korallenfische und so kommt das Gift in die Nahrungskette. Nach einer Inkubationszeit von ca. 6 Stunden kann es zu Lähmungserscheinungen, Krämpfen und Sehstörungen, im Einzelfall mit tödlichem Ausgang kommen. Das wollen wir nicht riskieren.
Wir werfen den Anker in der traumhaft schönen Dickinson Bay. Das „Sandals“ und das „Rex Resort“ nehmen allerdings einen großen Teil der Bucht für sich in Anspruch.

Viele Grüße
Andreas und Nicole

Samstag, 4. Februar 2012 - 13:25 Uhr
Lesen und schwimmen

Gestern Nachmittag sind wir wieder in die Marina gefahren. Erst mal zur Tanke, den Reservekanister für den Außenborder auffüllen. Anschließend in den Marine-Laden ein paar Sachen fürs Schiff besorgen und dann über die Stege schlendern. Ein Deutscher mit einer 55er Oyster ist so in sein Buch vertieft, daß wir nicht stören wollen. Aber später an der Bar treffen wir ihn mit seiner Frau. Auch ein paar weitere deutsche Segler gesellen sich dazu. Es wird ein unterhaltsamer Abend. Erst so gegen halb neun verabschieden wir uns und suchen uns einen Tisch beim „Italiener“. Wir müssen noch eine Weile an der Bar warten, bis uns der Chef einen Tisch zuweist. Ich bestelle wieder Mahi Mahi, Nicole Jägerschnitzel (!!!) Ich muss sofort an das „Schnitzelhaus“ auf Grenada denken und freue mich umso mehr auf meinen Fisch. Aber die Bedenken waren unbegründet. Das Schnitzel hätte auch im Siegerland Lob geerntet.
Der Mond wirft ein fahles aber schon recht helles Licht aufs Wasser und so sehen wir frühzeitig auch die unbeleuchteten Yachten in der Bucht und ich kann bei dem ruhigen Wasser auch Gas geben.
Die Nacht war ruhig und wir hoffen, daß es heute so bleibt. Gleich wollen wir weiter nach Barbuda.

Viele Grüße
Andreas und Nicole

Freitag, 3. Februar 2012 - 14:08 Uhr
Jolly Harbour

Wieder mal ein schöner Segeltag.
Wir sind gestern nach dem Frühstück los.
Ein konstanter 5er Wind mit 2 – 2,5m Welle bringt uns bis fast an unseren neuen Ankerplatz.
Das Handbuch beschreibt die Südwest- und Westseite der Insel mit vielen Riffen und Sandbänken, die sich durch Hurrikans immer mal wieder verändern. Mal sollte sich nicht auf die Karte verlassen. Auf worauf sonst? Ok, die Riffe sieht man (bei Sonnenschein) schon aus der Entfernung. Aber Untiefen!?! Fast das ganze Gebiet vor der Westküste ist nur wenige Meter tief. Und das bis etliche Meilen hinaus ins Meer. Alles weniger als 10 m unter Kiel. Ab 2m wird man nervös. Wir machen einen weiten Bogen nach Westen und fahren dann langsam unter Motor und halten gut Ausschau bis möglichst nahe an den Strand. Zu den anderen ankernden Yachten in der Bucht trauen wir uns nicht. In der Karte wird dort eine Tiefe von 2,10m angegeben. Das ist für uns zu wenig. Wir kommen bis ca. 500m an die Küste heran und werfen auf 1,9m unter Kiel den Anker.
Das Wasser ist total sauber und ruhig.
Wir kochen uns einen Kaffee und gehen schwimmen.
Später machen wir das Dingi klar und fahren in die Marina.
Eine riesige Lagune mit aufgeschütteten Halbinseln, bebaut mit Reihenhäusern mit eigenem Bootsliegeplatz vor der Terrasse. Wir legen an, schauen uns erst einmal um und gehen dann in den Supermarkt zum Einkaufen. Groß und übersichtlich. Wir finden alles was wir brauchen. Eine Angestellte bringt uns den Einkauf bis ans Wasser und wir fahren damit erst mal noch zum Schiff. Die Sonne versinkt gerade wieder mit atemberaubenden Farben im Meer.
Sofort geht’s wieder in die Marina. An der Bar trinken wir einen Rumpunsch und kommen mit einem Deutschen ins Gespräch. Christian lebt hier, hat eine Yacht und betreibt Daycharter.
Später gehen wir zum „Italiener“. Nicole bestellt Pizza, ich Fisch.
Wir schlafen gut und lange. Während des Frühstücks kommt eine „riesige“ Schildkröte vorbeigeschwommen und beäugt uns neugierig. Die größte die wir bisher gesehen haben.
Für heute bleiben wir erst einmal hier.

Viele Grüße
Andreas und Nicole

Mittwoch, 1. Februar 2012 - 17:29 Uhr
Viel Betrieb in der Bucht

Ja, wir sind immer noch hier.
Heute hat der Wind etwas nachgelassen, dafür ist es meistens bewölkt.
Die Wellen draußen sind noch 2,5 bis 3 m hoch. Morgen wird das weniger sein.
Unser Kühlschrank ist ziemlich leer. Heute gibt es die letzten Päckchen „Travellunch“. Reste von der ARC.
Wie jeden Tag um die Mittagszeit, ist auch heute „unser“ Strand wieder gut besucht. Es kommen immer zwei Ausflugsboote, laden je ca. 20-30 Leute ab. Die schnorcheln ne Stunde an dem kleinen Riff und am frühen Nachmittag verschwinden wieder alle. Dann schwimmen wir wieder rüber und legen uns ne Weile in den feinen, warmen Sand.
Mein Lesevorrat geht auch langsam zur Neige. Vielleicht treffen wir ja doch noch auf Holger mit seiner „Panthera“. Der freut sich, wenn er wieder ein paar Bücher tauschen kann.

Viele Grüße
Andreas und Nicole

Montag, 30. Januar 2012 - 23:54 Uhr
Im Westen nicht sNeues

Nachdem Armando mit seinem Kat die Bucht verlassen hat, fahren auch die beiden anderen Segler, die gestern gekommen sind wieder hinaus. Wir checken nochmal den Wetterbericht. 17 kn Wind und 2,5 m Welle. Der Wind wäre eher zu knapp, die Wellen könnten niedriger sein. Während ich noch in die „Hugo Funkrunde“ um 9 hinein höre, verdunkelt sich der Himmel und es bläst mit über 30 kn in der Bucht. Der Spuk dauert 2 Stunden, dann läßt der Wind etwas nach, aber der Regen bleibt noch ne Weile. Wir bleiben noch!
Als der Regen dann auch vorbei ist, fahren wir mit dem Dingi in die Nachbarbucht. Am Dingidock der „Harmony Hall“ gehen wir an Land. Die Harmony Hall ist eine alte Zuckermühle, an exponierter Stelle, die heute Restaurant, Bar und Kunstgallerie ist. Außerdem gibt es 6 Fremdenzimmer. Wir schauen uns um und genießen die traumhafte Aussicht bei einem Bier. Nach einem kurzen Spaziergang fahren wir noch etwas an der Küste entlang und dann zurück zum Schiff. Mittlerweile haben wieder zwei Segler hier den Anker geworfen und ein dritter Segler kommt gerade hinein. Ein Traditionsschiff , zwei Masten und ca. 30 m lang. Er wirft neben uns den Anker und die kleine Crew verschwindet unter Deck. Im Laufe der nächsten Stunden, kommt zwar immer mal jemand kurz an Deck, aber keinem scheint aufzufallen, daß das Schiff sich immer weiter nach hinten bewegt. Kurz vor Sonnenuntergang kommt mal wieder jemand an Deck und ich rufe zu dem mittlerweile recht weit entfernten Schiff hinüber, daß ihr Anker anscheinend nicht hält. Kurze Ratlosigkeit, dann erscheint die Crew und sie nehmen den Anker wieder hoch und verlassen die Bucht in Richtung Bojenfeld.
Wir genehmigen uns einen Sundowner bevor Nicole sich um das Abendessen kümmert.


Viele Grüße
Andreas und Nicole

Sonntag, 29. Januar 2012 - 16:32 Uhr
Wir bleiben noch

Wir schnorcheln an dem Riff entlang bis zum Strand.
In einer Felsnische sitzt eine Frau und meditiert. Wir setzen uns in den feinen, fast weißen Sand und genießen die Ruhe, das warme Wasser das unsere Beine umspült und die Sonne.
Nach einer Weile kommen unsere italienischen Freunde mit ihrem Kat in die Bucht. An Bord sind mehrere Jugendliche die auch sofort ins Wasser springen und an den Strand kommen. Die Tochter hatte gestern ihren 15. Geburtstag und möchte heute mit ein paar Freunden eine Strandparty feiern. Sie haben schnell einige Taschen von Bord geholt und bauen drei Zelte im Sand auf. Wir schwimmen zurück, nicht ohne auf dem Rückweg noch einen Stopp auf dem Kat zu machen. Wir laden unsere neuen Freunde für abends auf einen Drink auf die „Dragonfly“ ein. Während die Kinder am Strand über dem Lagerfeuer grillen, sitzen wir zusammen auf unserem Schiff und tauschen Erlebnisse aus.
Die Vorhersage für Wind und Wellen, sieht nicht so gut aus, darum beschließen wir noch mindestens einen weitern Tag in dieser Traumbucht zu bleiben. Die Sonne hat sich heute noch nicht viel sehen lassen, aber das ist nicht so wichtig.
Uns gefällt es hier.

Viele Grüße
Andreas und Nicole

Samstag, 28. Januar 2012 - 14:28 Uhr
Ein sicherer Ankerplatz

Traumhaft!
Vor uns, die kleine unbewohnte Insel „Green Island“ mit einem herrlichen Sandstrand, hinter uns, die felsige Küste von Antigua mit kleinen Sandstränden und schönen Villen, versteckt hinter Palmen.
Der Abend ist wunderbar. Die Sterne funkeln um die Wette, die dünne Mondsichel liegt auf dem Rücken wie die Kufe einer Wiege. Der Wind kommt recht stark vom offenen Atlantik und wird von der kleinen flachen Insel nur leicht abgeschwächt. Die hohen Atlantikwellen brechen sich am Riff und erreichen unser Schiff nicht mehr.
(Unromantiker könnten sich aber auch angesichts der Brandungsgeräusche am Kamener Kreuz wähnen.)
Der Anker hält super, und nach einem leckeren Abendessen an Bord genießen wir noch eine Weile den grandiosen Sternenhimmel bei einem Glas Wein und gehen früh schlafen.
Der neue Tag beginnt genau so schön wie der alte zu Ende ging. Die Sonne weckt uns durch die offenen Luken, das Wasser ist schön warm und zum Frühstück gibt`s Rühreier mit Speck. Wir sind jetzt ganz allein in dieser Traumbucht werden gleich mal zum Strand schwimmen.

Viele Grüße
Andreas und Nicole

Freitag, 27. Januar 2012 - 21:41 Uhr
Traumbucht

Armando hatte Recht. Der Ankerplatz auf Green Island ist traumhaft.
Die Fahrt Richtung Westen war eher ein heißer Ritt auf den Wellen.
Die Einfahrt in die Bucht ist gespickt mit Riffen. Man muß schon etwas aufpassen. Wenn die Sonne hoch steht, sieht man die Riffe und Untiefen ganz gut. Man darf halt nicht zu spät und schon gar nicht gegen die Sonne fahren.
In der Bucht liegen zwei Ausflugsschiffe und zwei große Segelyachten. „Groß“ bekommt hier auf Antigua eine ganz neue Bedeutung. Mit meinen 53 ft spiele ich hier in der Kreisklasse.
Unser Wasservorrat neigt sich dem Ende und so will ich heute unseren Watermaker wieder in Betrieb nehmen. Aber wie das so ist mit dem Watermaker. Nachdem ich neue Filter eingesetzt habe und die Pumpe einschalte platzt ein Schlauch. Einen Ersatz habe ich natürlich nicht an Bord, also muss ich improvisieren. Und das hält tatsächlich. Der Zeiger des Manometers für die Druckanzeige bewegt sich nicht einen Millimeter. Ich investiere zwei Stunden Arbeit um herauszufinden warum kein Druck aufgebaut wird. Letztendlich stellt sich heraus, das die Druckanzeige kaputt ist. Ich reguliere nach Gefühl und Gehör und mittlerweile produziert die Anlage auch wieder Wasser.
Wir werden jetzt mit dem Dingi noch auf Entdeckungstour gehen und dann eine ruhige Nacht verbringen.

Viele Grüße
Andreas und Nicole

Freitag, 27. Januar 2012 - 14:52 Uhr
Ein schöner Abend

Kurz vor halb acht waren wir, wie verabredet, am Tor. Wir warten bis 20 vor und befürchten schon, daß niemand kommt. Wir entschließen uns ein Stück die Straße hinaus zu gehen und sehen nach 200 Metern das nächste Tor. Mit Schranke und Wachposten. Armando und einer seiner Freunde warten dort und winken uns zu. So sind wir fast 15 Minuten zu spät. Peinlich, peinlich. Wir klären das Missverständnis auf. No Problem. Wir fahren mir seinem Pickup ca. 20 Minuten in die Berge und halten vor seinem Haus. Leider ist es stockdunkel und wir können seinen Garten nicht sehen, aber das Haus ist super. Von der Eingangshalle gehen ein paar Türen ab, wahrscheinlich die Schlafräume und eine offene, breite Treppe hinunter in den Wohnbereich. Auf der Terrasse ist ein großer rustikaler Tisch eingedeckt. Wir begrüßen Armandos Frau und seine Tochter, sowie die Frau von Robert (dem Freund). Armando macht den Grill an und seine Frau nimmt ein paar Gedecke wieder weg und erklärt uns, daß ein paar Leute doch nicht kommen. So bleiben wir zu siebt. Von der Terrasse hat man einen weiten Ausblick. In der Ferne sieht man die beleuchteten Masten der Segler in English Harbour. Schade daß es dunkel ist.
Zwei liebe Hunde haben uns auch sofort begrüßt und bleiben auch in der Nähe in der Hoffnung auf eine Streicheleinheit oder einen Happen vom Tisch. Beide Hoffnungen werden im Laufe des Abends reichlich erfüllt. In einer Ecke der Terrasse entdecke ich zwei Futterautomaten. Armando erklärt uns, daß das Grundstück eingezäunt ist und die Hunde so über mehrere Tage, während er mit seiner Familie segeln ist, alleine klar kommen.
Um kurz nach 10 verabschieden wir uns und bedanken uns für den schönen Abend. Robert und seine Frau bringen uns wieder zum Hafen.
Heute wollen wir wieder weiter. Green Island soll der schönste Ankerplatz rund Antigua sein (lt. Armando) und ist nur ein paar Meilen entfernt.
Ob wir uns von dort wieder melden können werden wir sehen.

Viele Grüße
Andreas und Nicole

Donnerstag, 26. Januar 2012 - 18:25 Uhr
Eine Einladung

Eigentlich war ich gestern auf Pizza mit Bier eingestellt, aber ein Blick ins Gästebuch sagt mir worauf ich wirklich Appetit hatte. Wahoo! Und als Aperitif einen Rumpunsch. Danke Ursel!
Der Fisch war lecker und Nicole`s Steak ein Gedicht.
Wir konnten mit dem Dingi fast bis an den Tisch fahren. Das ist alles so ein malig schön hier, daß wir heute früh auch gleich zum Frühstück in die alten Gemäuer gefahren sind. Als wir zurück kommen, hat sich unser Nachbar verlegt. Dort wo er gelegen hat, liegt jetzt ein anderer Kat, allerdings kurz angebunden an einer Mooringboje. Wir beobachten die Bewegungen der Schiffe und entscheiden uns auch zu einem neuen Ankerversuch ein paar Meter weiter. Armando, der Eigner des Kat´s kommt auch gleich mit dem Dingi, entschuldigt sich für die Unannehmlichkeiten und läd uns für heute Abend zu sich nach Hause auf eine Party ein. Um halb acht will er uns mit seinem Pickup an Land abholen. Wir willigen ein und sind gespannt auf die Party und die Gäste. Morgen werde ich berichten.
Ich hole gleich meine Schnorchelausrüstung hervor und werde zu dem nahen Riff schwimmen.

Viele Grüße
Andreas und Nicole

Mittwoch, 25. Januar 2012 - 22:40 Uhr
Ankerprobleme

Die Ausgehpläne gestern Abend haben wir ohne den Amerikaner gemacht, der pünktlich zum Sonnenuntergang mit seiner Yacht kam und uns unfreundlich darauf aufmerksam gemacht hat, daß wir direkt neben seiner Mooringboje stehen. Die sei privat und wir hätten uns einen anderen Platz zu suchen. Zugegebenermaßen hatte ich der Plastikflasche keine so große Bedeutung zugemessen. Jetzt müssen wir schnell handeln. Gleich ist es dunkel. Die meisten Yachten sind unbeleuchtet und das Ankerfeld ist voll. Wir finden noch einen Platz der evtl. ausreicht. Während ich grade feststelle, daß der Anker nicht hält, kommt auch schon die Nachbarin mit ihrem Dingi und erklärt uns warum dieser Platz zu eng ist. Wir probieren noch zwei weiter Plätze aus, aber der Anker hält nicht. Mittlerweile ist es stockdunkel. Wir müssen aufpassen, daß wir auch kein Boot übersehen. Ich finde noch eine Stelle die evtl. passt. Der Anker hält auch auf 1,9 m Wassertiefe (unter Kiel). Als sich das Boot auspendelt, stelle ich fest, daß wir viel zu nah an einem Kat liegen. Je nachdem wie der Wind heute Nacht dreht. Könnte es zu eng werden. Aber noch mal auf die Suche gehen will ich auch nicht mehr. Da halte ich lieber die ganze Nacht Ankerwache. Um drei Uhr kommt Nicole hoch und ich schlafe noch ein paar Stunden. Am Morgen warten wir, bis ein besserer Platz frei wird und nehmen den Anker hoch. Prompt kommt eine andere Yacht und wirft dort den Anker. Auch beim 2. Versuch hält ihr Anker nicht und sie versucht es an zwei weitern Stellen. Wir wechseln in die gegenüberliegende Bucht. Lt. Handbuch und Karte auch ein Ankerplatz. Der Anker hält auch sofort und Nicole bereitet für das Mittagessen schon mal Kartoffelsalat vor. Kurz nach Mittag kommt ein Marinamitarbeiter auf seinem Schlauchboot und teilt uns in einem freundlichen Ton mit, daß dieser Bereich keine Ankerplatz mehr ist und wir die Seite wechseln sollen. Mittlerweile sind einige Yachten verschwunden und nach weiteren drei vergeblichen Ankerversuchen hält das Eisen nun endlich. Wir beobachten noch einige Skipper, die das gleiche Problem haben und zum Teil entnervt aufgeben und in die Marina fahren. Mit der Taucherbrille kontrolliere ich unseren Anker. Der Grund ist hart mit losen Steinen. Da gräbt sich der Anker nur mit Glück ein.
Danach fahren wir an Land und gehen auf Besichtigungstour. Die Schiffe hier in der Marina sind der Hammer. Riesige Segel- und Motoryacht. Zum Preis von jeder einzelnen hier stehenden Yacht, hätte man die Kaimauer mehrfach restaurieren können. Wir setzen uns vor ein kleines Restaurant, trinken Kaffe und beobachten die Crews beim Putzen und Beladen der Superyachten. Heute Abend fahren wir wieder rüber zum Abendessen. Der Platz ist wirklich wunderschön.


Viele Grüße
Andreas und Nicole

Dienstag, 24. Januar 2012 - 23:04 Uhr
Flexibel bleiben!

Zum Glück sind wir flexibel.
Kurz vor Sonnenaufgang holen wir den Anker hoch. Fünf Minuten Später setzen wir die Segel und fahren Kurs Richtung Montserrat. Hinter uns quälen sich dicke Regenwolken über die Berge von Guadeloupe. Die Sonne hat keine Chance. Der Regen holt uns zwar nicht mehr ein, aber der Wind, der dieser Regenfront vorausgeht trifft uns mit über 30 kn. Dazu die Wellen……
Das ganze dauer fast eine Stunde, dann läßt der Wind wieder nach. Aber die Wellen schaukeln uns ganz schön durch. Nach einer weitern Stunde entschließen wir uns Richtung Norden zu gehen. Der Kurs nach Antigua ist zwar jetzt auch nicht mehr ideal, aber Am Wind läßt es sich auch mit den Wellen leben. Der Strom versetzt uns soweit nach Westen, daß wir unseren Wunschhafen „English Harbour“ um sechs Meilen verfehlen. Mehr ließ der Windeinfall aber auch nicht zu. Kurz vor der Küste bergen wir die Segel und fahren mit Motor in den geschichtsträchtigen Ort.
English Harbour hat während des 18. Jahrhunderts nicht nur als Hafen, sondern als einziger Ort in der Karibik zum Kielholen und zur Versorgung der königlichen Schiffe gedient. Damit war England in der Lage, die Schiffe fern der Heimat zu reparieren und sie dadurch ununterbrochen innerhalb der westindischen Inseln im Einsatz zu halten. Flottenadmiral Charles Nowles baute die Dockanlagen 1743 aus. Die Gebäude stehen heute noch da.
Der spätere Sieger der Seeschlacht von Trafalgar, Horatio Nelson, diente hier als junger Offizier, später wurde er Kommandant des Flottenstützpunktes, der jetzt seinen Namen trägt. Kapitän Nelson war von 1784-1787 Fregattenkapitän der Leeward-Inseln.
Die Kosten für die Restaurierung der 200 Jahre alten Kaimauer, in Höhe von 2 Mio. US$ wurden von der EU getragen. Heute ist das gesamte Areal Nationalpark. Die Anlage ist heute Freilichtmuseum, in dem die alten Lagerhäuser und Werkstätten in Hotels und Restaurants umgebaut wurden.
Wir haben unseren Anker in der Einfahrt zu diesem Naturhafen, direkt vor einem schönen Sandstrand geworfen und werden uns für den Landgang gleich, dem Ambiente entsprechend chic machen.

Viele Grüße
Andreas und Nicole

Montag, 23. Januar 2012 - 19:44 Uhr
Planänderung

Die Funkrunde heute früh hat ergeben, daß die Fahrt nach Westen / Nordwesten angenehm ist. Der in Inselnähe heftige ablandige Wind ist draußen deutlich gemäßigter. Nur ein Segler auf dem Weg nach Antigua (nördlich) sprach von einer ruppigen See.
Hugo hat mir dabei abgeraten nach Montserrat zu fahren. Es gibt nur eine Ankerbucht die angelaufen werden darf und dort liegt man sehr unruhig. Die Passage nördlich um die Insel herum wird behindert durch unzählige Fischernetze, in denen sich schon mache Yacht verfangen haben soll. Die südliche Umrundung wird auch unter Einhaltung des in der Karte eingetragenen Sicherheitsabstandes mit Ascheregen begleitet. Tatsächlich können wir von unserem Ankerplatz aus mit dem Fernglas die Wolken sehen, die vom Vulkan aufsteigen. Wir werden Hugo`s Rat folgen und die Insel meiden. Also durch bis nach Nevis. Das sind rund 70 sm und wir werden mit der Morgendämmerung lossegeln.
Auf der Überfahrt werde ich dann auch hoffentlich den ersten Fisch fangen.
Heute Abend sind wir auf nen Drink auf die „Friheten“ eingeladen. Nach dem Ausklarieren werden wir die Einladung annehmen.

Viele Grüße
Andreas und Nicole

Montag, 23. Januar 2012 - 14:31 Uhr
Schwimmen und schnorcheln

Es gibt Probleme mit dem Internetempfang. Gestern den ganzen Tag gab es keinen Kontakt. Hoffentlich geht der Blog gleich durch.
Der Wetterbericht hat erst für morgen günstigeren Wind vorhergesagt. Ich werde gleich in der „Hugo“-Funkrunde sicherheitshalber noch mal nach dem Wetter fragen. Wir müssen dann heute hier wieder auschecken, damit wir morgen früh weg können. Den gestrigen Tagen haben wir mit kleineren Reparaturen, schnorcheln, schwimmen und lesen verbracht. Korallenblöcke gibt es hier auf beiden Seiten der Bucht mit entsprechend vielen bunten Fischen. Die Sicht unter Wasser ist nicht so gut, das liegt wohl an dem Schwell, der tagsüber in einen Teil der Bucht steht.
Wasserschildkröten können wir den ganzen Tag über beobachten.
Aber mittlerweile kennen wir hier alles und es wird Zeit, daß wir weiterkommen.

Viele Grüße
Andreas und Nicole

Sonntag, 22. Januar 2012 - 01:24 Uhr
Waschtag

Gut und lange geschlafen!
Nach dem Frühstück war Wäsche angesagt. Während Nicole versucht unsere Klamotten wieder sauber zu bekommen lese ich mein siebtes Buch zu Ende. Wir bleiben an Bord und wärmen uns den Rest Spagetti Carbonara von gestern auf. Zwischendurch mal schwimmen gehen, sonst passiert nichts. Nachmittags kommt eine HR 54 in die Bucht. Die sieht man hier nicht so oft. Als sie nah genug ist erkenne ich den Namen „ Friheten“. Die ist mit uns die ARC gesegelt.
Um halb vier fahren wir an Land und gehen den kleinen Fluß entlang spazieren. Es ist schön kühl im Wald und das Wasser plätschert über die großen Steine. Leider ist der Weg auch ziemlich vermüllt. Anscheinend sind das hier beliebte Picknickplätze.
Wieder zurück im Dorf suchen wir uns eine Bar direkt neben dem Internetcafé. Nicole bucht 1 Stunde WiFi um mit ihrem iPhon Kontakt zu ihren Freundinnen zu halten. Während ich mein Bier trinke, kommt das Eignerpaar der „Friheten“ vorbei. Wir freuen uns über ein Wiedersehen und unterhalten uns ne Weile. Später in der Pizzeria treffen wir uns wieder, aber es ist kein Platz mehr für sie da.
Die Pizza war lecker und die Leute im Ort sind auch recht freundlich. Alle sprechen nur französisch aber sie sind wenigstens bemüht uns zu verstehen. So kommen wir ganz gut klar.
Heut blies der Wind wieder kräftig in unsere Ankerbucht. Wir werden den Wetterbericht verfolgen und dann entscheiden, wann wir die Insel in Richtung Montserrat verlassen.
Heute ist Laura Dekker als jüngste Weltumseglerin in St. Martin angekommen. Vor gut eineinhalb Jahren von Holland los gesegelt, ist sie vor einem Jahr ab hier zu Weltumseglung gestartet. Gestern schrieb sie in ihrem Blog, daß sie die Inseln von Guadeloupe sieht. Ich nehme an, daß ihr ein goßer Empfang bereitet wurde.

Viele Grüße
Andreas und Nicole

Freitag, 20. Januar 2012 - 22:47 Uhr
Guadeloupe

Nach dem Frühstück sind wir auch sofort los.
Der Wind war super. 15-18 kn aus 90° und kaum Welle.
An der Südspitze von Guadeloupe dann der Kapeffekt mit 25- 28 kn. Danach wieder ruhiger mit teilweise wieder starken Böen. Der Wind wechselt mehrfach die Richtung und während einer totalen Flaute bergen wir das Vorsegel und fahren die letzten 4 Meilen mit Motor. Die Bucht ist schon gut besucht, aber wir finden noch einen schönen Platz in der südlichen Ecke direkt vor dem Restaurant Hemingway. Wir bleiben noch ne Stunde an Bord, bevor wir das Dingi klar machen und an Land fahren. Wir wollen in der Polizeistation einklarieren. Hier hängt ein Zettel an der Tür, daß man das jetzt im Internetkaffe „Pelikan“ an der Hauptstraße macht. Also zurück. Das „Pelikan“ macht erst wieder um 4 Uhr auf. Die Zeit nutzen wir um in einer schönen Bar ein Bier zu trinken. 5 Minuten vor 4 fängt es an zu regnen. Wie aus Eimern. Nach 15 Minuten ist alles vorbei und wir gehen rüber zum einklarieren. Wie auf Martinique geht das auch hier ohne Zoll- oder Polizeibeamten. Einfach im PC die Daten eingeben, ausdrucken und gegen eine kleine Gebühr abstempeln lassen. 4 Skipper sind allerdings schon vor uns und so müssen wir etwa eine halbe Stunde warten. Wir unterhalten uns mit dem Eignerpaar einer 62er Oyster, die direkt hinter uns geankert hat. Ihre 56er ist ihnen zu klein geworden. Die steht jetzt in England zum Verkauf.
Holger von der Panthera hat sich heute aus Rodney Bay gemeldet und gefragt wo wir sind. Eigentlich wollten wir zusammen nach Barbuda segeln, Aber wir haben ja auch noch Zeit.
Je weiter wir nach Norden kommen, desto mehr Pelikane sehen wir. Hier in der Bucht gibt es einige.
Sonst hatten wir noch nicht viele interessante Begegnungen mit exotischen Tieren. Ein paar Delphine vor Dominica und an Land immer wieder Kolibris. Auf meine bisher halbherzigen Angelversuche ist auch noch kein Fisch hereingefallen.
Im Gästebuch „wimmelt“ es von Winnis Meint zumindest einer von ihnen. Aber solange der Name der Ehefrau oder Partnerin dabei steht, besteht keine Verwechslungsgefahr, und ich freue mich über jeden Eintrag.

Viele Grüße
Andreas und Nicole

Donnerstag, 19. Januar 2012 - 23:01 Uhr
zwei Großsegler

Die Ortschaft ist klein und sauber. Sie erinnert an kleine Touristenorte an der Nord- oder Ostsee. Viele kleine Boutiquen, Schmuckgeschäfte und Restaurants. Wir setzen uns in eine Bar am Anlegesteg für die Fähren und trinken ein Bier, während wir den Leuten zuschauen. Wie schon im Reiseführer beschrieben, sehen wir hier fast nur Weiße. Die Nachbarinsel ist dagegen fast nur von Schwarzen bewohnt. Dort gibt es allerdings kaum geschützte Ankerbuchten. Wir gehen eine Runde durch den Ort, bevor wir uns zu einer Pizza entscheiden und uns an der Straße einen freien Tisch suchen. Danach haben auch alle Geschäfte geschlossen und wir fahren zurück auf unser Schiff.
Die Nacht verläuft ruhig und ich schlafe sogar bis acht Uhr. Nicole hat zwischenzeitlich schon einem „Servicemann“ ein Stangenweißbrot abgekauft was wir auch sofort verfrühstücken.
Nach dem Frühstück kümmere ich mich um die Duschpumpe. Seit gestern wird das Wasser der Dusche nicht mehr richtig abgepumpt. Die ist so versteckt eingebaut, daß ich erst mal alle anderen Alternativen überprüfe. Aber nichts ist verstopft oder sonstwie geschlossen. Also muss die Pumpe doch ausgebaut werden. Beim Auseinandernehmen sehe ich daß die Membrane kaputt ist. Eine Ersatzmembrane habe ich an Bord und bald läuft die Pumpe wieder. Insgesamt hat die ganze Aktion 4 Stunden gedauert.
Gestern Nachmittag kam die „Sea Cloud“ und hat nicht weit von uns geankert. Eine Viermastbark, die 1931 in der Germaniawerft in Kiel als bis dahin größte und luxuriöseste Privatsegelyacht der Welt gebaut wurde. Auch heute kann man darauf luxuriösen Segelurlaub als Chartergast verbringen.
Heute früh kommt noch die „Royal Clipper“ dazu. Nicht ganz so luxuriös, aber immerhin das zurzeit größte Segelschiff der Welt mit Platz für über 200 Passagiere. Die Segel der 5 Masten lassen sich motorisch bedienen. Die Gallionsfigur ist der Tochter des Reeders nachempfunden. Heute Nachmittag legt sie wieder ab, setzt ein paar Segel und aus den Decklautsprechern klingt „Conquest of Paradise“ von Vangelis.
Wir werden uns jetzt mal was anziehen und wieder rüber in den Ort fahren. Der Kühlschrank ist recht leer und das Abendessen nehmen wir an Land.


Viele Grüße
Andreas und Nicole

Mittwoch, 18. Januar 2012 - 20:00 Uhr
Inseln der Heiligen

Den Motor brauchen wir nur 5 Minuten um etwas vom Strand weg zu kommen.
Wir setzen die Segel um kurz nach acht und es dauert auch nicht lange, bis der Wind uns eine schöne Schräglage beschert. Wechselnde Windrichtungen und Böen bis 30 kn machen das steuern nicht leicht. Die Yacht vor uns zeigt uns immer was ca. 5 Minuten später bei uns passiert. Ca. drei Meilen vor der Bucht von Portsmouths ist der Wind plötzlich ganz weg. Wir bergen die Segel und werfen den Motor an. Im nächsten Moment bläst es wieder mit 25 kn. Wir lassen uns nicht verführen und lassen die Segel drin. Die Batterien brauchen Strom. Wir werfen den Anker auf 8 m in der hinteren Reihe eines breiten Feldes von Segelyachten. Es kommen im laufe des Tages noch so viele, daß wir am Abend mittendrin sind. Einheimische kommen den ganzen Tag mit ihren Motorbooten und bieten Inseltouren, Gemüse, Einkäufe, Taxifahrten, Müllentsorgung und was weiß ich nicht alles an. Natürlich bringen sie auch Hinweise auf eines der vielen Strandrestaurants mit BBQ oder anderen Spezialitäten.
Wir brauchen nichts. In Roseau waren wir im Supermarkt und haben alles bekommen was wir brauchten.
Nicole hat Appetit auf Nudelsalat, der steht im Kühlschrank und wartet auf den Abend.
Während wir nach einem traumhaften Sonnenuntergang uns über den Nudelsalat hermachen, beginnt am Strand das Nachtleben. Karaoke und Discomusik schallt herüber. Wir fühlen uns wie vor dem Stand von El Arenal. Karibisches Flair ist das nicht. Fast die ganze Nacht fahren Motorboote durch das Ankerfeld und bringen die Gäste zu ihren Schiffen zurück.
Um halb acht heute morgen heben wir den Anker und fahren Richtung „Les Saintes“. Die „Inseln der Heiligen“ gehören zu Guadeloupe und liegen ein paar Seemeilen südlich der Hauptinsel.
Mit einem schönen 5er Wind und etwas Atlantikdünung erreichen wir die Inselgruppe in knapp 3 Stunden. In der Bucht von Bourg des Saintes liegen schon etliche Yachten und wir angeln uns eine der noch freien Bojen. Es ist einiges los hier. Eine Segelschule dreht ihre Runden, Surfer, Motorboote, die Gäste zwischen den Inseln transportieren oder Taucher rausfahren.
Wir essen den Rest des Nudelsalates und werden gleich mal an Land fahren.

Viele Grüße
Andreas und Nicole

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Die Koffer sind wieder gepackt. Mittwoch (4.1.2012) gehts los nach Heidelberg. Kathi, Thomas, Rebecca und Darian haben sich wieder bereit erklärt Arko in Pension zu nehmen. Donnerstag bringt uns Kathi dann nach Frankfurt. Die Condor fliegt direkt nach St. Lucia.
Hoffentlich ist mit dem Schiff alles in Ordnung. Ulli Meixner kommt am 9. aus Östereich. Nachdem wir mit ihm gesprochen haben verlassen wir die Insel Richtung Norden. Wir haben bis zum 18. Februar Zeit und wollen zu den BVI (British Virgin Islands). Holger ist mit seiner "Panthera" auch in der Gegend. Ab Mitte Februar habe ich einen Liegeplatz auf Antigua reserviert.
Nachfolgend versuche ich wieder Tagesberichte von unterwegs einzustellen. (Hoffentlich liest die auch jemand)

Schöne Grüße
Andreas